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Wiesbaden, 19. Januar 2011
Afghanistan-Einsatz: Der Fuldaer Bischof Algermissen spricht aus, was eine Mehrheit der Bevölkerung denkt
Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen wirft der Bundesregierung angesichts der anstehenden Entscheidung zum Afghanistan-Einsatz
vor, durch eine verfehlte Politik weitere Tote in Kauf zu nehmen. Dazu erklärt Willi van Ooyen, Vorsitzender der Fraktion
DIE LINKE. im Hessischen Landtag:
„Bischof Algermissens Satz ‚Angesichts der hohen Zahl von Kriegstoten bedeutet die geplante Fortsetzung der Kämpfe nichts anderes,
als sehenden Auges für die Jahre 2011 bis 2014 weitere Todesopfer einzukalkulieren’ ist leider die traurige Wahrheit.
Wenn der Bundestag am 28. Januar darüber entscheidet, ob der Afghanistan-Einsatz um zwölf Monate verlängert werden soll,
darf die verheerende Kriegsbilanz nicht länger ausgeblendet werden: Nach vorsichtigen Schätzungen fielen dem Krieg bisher
mindestens 70.000 Menschen zum Opfer. Der größere Teil davon Zivilpersonen.
Die NATO hat mehr als 2000 getötete Soldaten zu beklagen, die Bundeswehr 44 Männer und Frauen. Die Wirtschaft des Landes
liegt am Boden, Landwirtschaft – der wichtigste Wirtschaftszweig des Landes – ist wegen der Millionen von Minen nur sehr
eingeschränkt möglich.“
70 Prozent der Bevölkerung hier zu Lande lehnten den Afghanistan-Einsatz ab und forderten die Rückkehr der Bundeswehr, so
van Ooyen. Das dürfe die Bundesregierung und eine Mehrheit im Bundestag nicht länger ignorieren.
„DIE LINKE lehnt in Übereinstimmung mit der Position der Friedensbewegung und einer Mehrheit der Bevölkerung den Kriegseinsatz ab.
DIE LINKE verlangt einen Waffenstillstand und den sofortigen Beginn des Abzugs der Bundeswehr. Mit dem Rückzug des Militärs
muss die Verstärkung der ausschließlich zivilen Hilfe einhergehen. Das sind wir dem geschundenen Volk in Afghanistan schuldig.“
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